1. Mitleid gegenüber den Unbekehrten
Und als er ausstieg, sah er eine große Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt über sie, weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben (Markus 6,34; s.a. Matthäus 9,36; 14,14).
Beim Anblick der unbekehrten Masse empfindet der Herr Jesus großes Mitleid, wir lesen davon in mehreren Stellen. Es lässt ihn nicht kalt, dass so viele unter der Herrschaft Satans leben, sondern er leidet darunter. Er sieht die Menschen wie schwache Schafe an, denen der Hirte fehlt (Matthäus 9,36).
Hast Du auch solch ein Mitleid, wenn Du die vielen Menschen in deiner Umgebung siehst, die den Herrn Jesus noch nicht kennen? Möge Gott schenken, dass wir, so lange wir leben, niemals dieses Mitleid gegenüber den Unbekehrten verlieren. Das wäre fatal.
2. Mitleid gegenüber seinem Volk
Und als er sich näherte und die Stadt sah, weinte er über sie (Lukas 19,41).
Als sein eigenes Volk, das Volk Israel, ihn ablehnt, weint Jesus über das auserwählte Jerusalem. „Wenn du doch erkannt hättest…“, sagt er später in Vers 42. Er weiß um die Dramatik, dass sein eigenes Volk sich selbst das Todesurteil schreibt dadurch, dass sie ihren Retter abgelehnt haben.
Können wir auch über die weinen, die vielleicht in unsere Gemeinden gehen, aber den Herrn Jesus ablehnen?
3. Mitleid gegenüber den Folgen der Sünde
a) Das Leid
Jesus aber, innerlich bewegt, rührte ihre Augen an (Matthäus 20,34).
Und innerlich bewegt streckte er seine Hand aus, rührte ihn an und spricht zu ihm: Ich will; werde gereinigt (Markus 1,41).
Jesus sieht das Leid der Menschen. Er heilt Blinde, Aussätzige, Lahme nicht nur als Zeichen der einbrechenden Gottesherrschaft. Er empfindet großes Mitleid mit den Menschen, die unter der Pein der Sünde leiden, auch wenn es „nur“ Krankheiten sind.
Kannst Du mitleiden, wenn Du die Folgen der Sünde an deinen schwachen Mitmenschen siehst?
b) Der Tod als Höhepunkt des Leides
Und der Herr wurde innerlich bewegt über sie und sprach zu ihr: Weine nicht (Lukas 7,13)!
Als nun Jesus sie weinen sah (…), seufzte er tief im Geist und erschütterte sich. (…) Jesus vergoss Tränen (Johannes 11,33.35).
Besonders leidet Jesus beim Anblick des Todes, der schrecklichen und endgültigen Trennung des Menschen von Gott. In Lukas 7,13 weckt Jesus den einzigen Sohn einer Witwe von den Toten auf, in Johannes 11 Lazarus, einen seiner engsten Freunde. In Johannes 11 lesen wir von diesem starken herzlichen Empfinden Jesu. Er seufzte tief und wurde im Geist erschüttert. Natürlich wusste Gott schon immer um unsere Schwächen und auch um die Folgen der Sünde, aber wir sehen hier, dass es Jesus unglaublich berührt hat, dass Menschen sterben müssen. Der Tod ist etwas Schreckliches. Noch schlimmer ist der geistliche Tod!
Kannst du mitweinen, wenn Menschen gestorben sind, besonders dann, wenn sie keine Christen waren? Ist das nicht schrecklich? Und berührt es dich, dass Menschen geistlich tot sind? Wie schön, wenn wir vor Freude weinen können, wenn Verlorene umkehren (Lukas 15,20).
4. Mitleid/Sorge um das Alltägliche
Ich bin innerlich bewegt über die Volksmenge, denn schon drei Tage weilen sie bei mir und haben nichts zu essen (Markus 8,2).
Auch gegenüber alltäglichen Dingen wie hier dem Hunger der Menschen zeigt sich Jesus nicht unbeeindruckt. Er sorgt sich um die Sorgen und das Wohlbefinden der Menschen.
Gibt es jemanden, der ganz praktisch deine Hilfe braucht und um den Du dich kümmern müsstest?
5. Mitleid gegenüber unseren Schwächen
Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid zu haben vermag mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem versucht worden ist in gleicher Weise wie wir, ausgenommen die Sünde (Hebräer 4,15).
Jesus wurde wie wir versucht, aber ohne Sünde. Dennoch hat er Mitleid mit unseren Schwächen. Ist das nicht wundervoll?